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L'Enfant et les sortilèges
Das Kind und der Zauberspuk
Fantasie lyrique in zwei Teilen
Dichtung: Sidonie-Gabrielle Colette
Musik: Maurice Ravel
Uraufführung: 1925
Inhaltsangabe:
Das Kind möchte keine Schularbeiten machen, sondern lieber unartig sein. Als seine Mutter dies bemerkt, lässt sie es zur Strafe den ganzen Nachmittag allein in seinem Zimmer bei ungesüßtem Tee und trockenem Brot. Kaum ist die Mutter gegangen, bricht im Kind eine Zerstörungswut aus: Es zerschlägt das Teegeschirr, zerstört Möbel, zerschlitzt die Tapete, piesackt die Haustiere und entfacht das Kaminfeuer. Als es berauscht von seiner Wut innehält, beginnt eine albtraumhafte Phantasie, in der die Gegenstände und Tiere menschliche Züge annehmen.
Der Sessel und die Bergère sind froh, dem gemeinen Kind keinen Platz mehr bieten zu müssen. Die Standuhr kann nicht mehr aufhören zu läuten und normal die Stunden zählen. Die Wedgwood-Teekanne und die chinesische Tasse streiten sich und gehen aufeinander los. Nur kurz kann das Kind den Verlust seiner schönen Tasse beklagen, dann springt das Feuer funkelnd aus dem Kamin heraus und droht das Kind zu verbrennen. Angstvoll muss das Kind mit ansehen, wie Schäferinnen und Schäfer von seiner Tapete vorbeiziehen und die Zerstörung ihrer friedlichen Harmonie beklagen. Aus den zerrissenen Seiten des Märchenbuchs steigt die Prinzessin auf, in der das Kind im Traum seine erste Liebe erkannt hat. Das Kind versucht, die versinkende Prinzessin zurückzuhalten und die Liebe zwischen ihnen zu retten - vergeblich. Statt dessen erscheinen ein kleiner Mann und wild durcheinander gewürfelte Zahlen, die dem Kind Satzfetzen von Rechenaufgaben aus dem Mathematikbuch an den Kopf werfen.
Völlig ermattet erblickt das Kind den Kater, der mit der Katze ein erotisches Duett anstimmt. Auf wundersame Weise findet sich das Kind im Garten wieder, wo zahlreiche Tierlaute und ein Chor von Fröschen zu hören sind. Doch die friedliche Naturstimmung wird von der Klage der Bäume jäh beendet, deren Rinde das Kind aufgeritzt hat. Eine Libelle sucht ihre Gefährtin, die das Kind jedoch mit einer Nadel an die Wand gespießt hat. Auch der Fledermaus hat es ihre Partnerin genommen. Das Eichhörnchen wirft dem Kind vor, es nur wegen seiner schönen Augen in den Käfig gesperrt zu haben, und warnt den Laubfrosch vor einem ähnlichen Schicksal. Das Kind spürt die Liebe der Tiere zueinander und ruft alleingelassen nach seiner Mutter. Alle Tiere verbünden sich gegen das böse Kind und stacheln einen wilden Kampf an, bei dem das Eichhörnchen verletzt wird. Als das Kind dessen Wunde liebevoll verbindet und selbst regungslos am Boden liegen bleibt, sind die Tiere gerührt und rufen gemeinsam nach dessen Mutter.
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Stéphane Petitjean
Inszenierung Grzegorz Jarzyna
Bühne Magdalena Maria Maciejewska
Kostüme Anna Nykowska Duszynska
Licht Jacqueline Sobiszewski
Video Bartek Macias
Produktionsdramaturgie Olaf A. Schmitt.
Chöre Sören Eckhoff
Das Kind Tara Erraught
Die Mutter / Die chinesische Tasse / Die Libelle Okka von der Damerau
Eine Bergère / Die Fledermaus Eri Nakamura
Das Feuer / Die Nachtigall Rachele Gilmore
Die Prinzessin Anna Virovlansky
Die Katze / Das Eichhörnchen Angela Brower
Die Eule / Eine Schäferin Evgeniya Sotnikova
Ein Schäfer Silvia Hauer
Der Sessel / Ein Baum Christian Rieger
Die Standuhr / Der Kater Nikolay Borchev
Die Wedgwood-Teekanne / Das alte Männchen / Der Laubfrosch Kevin Conners
Bayerisches Staatsorchester
Chor und Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
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