Schulsprecherwahl 2009/2010:
SZ Landkreis München Nord, 13.10.2009
Der Verantwortung stellen
Neue Schulsprecher wollen einiges bewegen
Garching: Während bei der vergangenen Bundestagswahl nicht gerade viele Bürger ihre Stimme nutzten, weist die Schulsprecherwah1 2009 der Sankt-Severin-Hauptschule in Garching eine beeindruckende Quote auf. Von den 156 Schülern, alle wahlberechtigt, gaben nur zwei keine gültige Stimme ab. Nachdem die Kandidaten am Morgen ihre Ziele vorgestellt hatten, stürmten die jungen Wähler klassenweise zur Kabine in der neuen Mensa, um dort auf dem Zettel ihren Favoriten anzukreuzen. In einem Seminar am Anfang des Jahres lernten alle Klassensprecher, wie man so eine Veranstaltung organisiert. Diejenigen von ihnen, die sich nicht zur Wahl stellten, kümmerten sich um die Aufsicht und das Auszählen der Stimmen.
Gegen 12 Uhr mittags schließlich präsentierte Elisabeth Geisler-Moroder, Sozialarbeiterin an der Hauptschule, gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Wolf die Ergebnisse des Projektes, dass sie vor drei Jahren erstmalig in die Wege geleitet hatte. Ein Dreierteam sei klarer Sieger geworden, sagte sie und beglückwünschte auch gleich die frisch gebackenen Schulsprecher.
Sie wollten noch mehr bewegen als ihre Vorgänger, sagte Safa Yazar, auch wenn diese schon etwas erreicht hätten. Der 15-Jährige erhielt die meisten Stimmen. Neben dem jährlichen Valentinstag und verschiedenen Partys organisiert das Trio eine Kinonacht für alle Klassensprecher. Aber auch generelle Änderungen seien wichtig. "Bisher haben die siebte und neunte Klasse einen anderen Pausenhof als die fünfte, sechste und achte. Wir möchten, dass alle Klassen einen gemeinsamten Pausenhof haben", sagte Claudia Grosch, 14 Jahre, die die drittmeisten Stimmen bekam. Die Zweitplazierte, Serap Toklu, 15 Jahre, stimmte ihr zu und hat ein wichtiges Anliegen: "Unsere Schule soll einen besseren Ruf haben, damit die Leute nicht immer uns Hauptschüler beschuldigen, wenn irgendetwas passiert ist."
Demokratieverständnis
Das Team möchte sich der Verantwortung stellen. Die Schüler haben gezeigt, dass sie das Prinzip der Wahl verstanden haben: Es ist wichtig, dass man seine Stimme nicht dem gibt, mit dem man befreundet ist, sondern dem, der die besseren Ideen hat. Ein gesundes Demokratieverständnis - es sollte Schule machen.
hepu

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Um die neuen KlassensprecherInnen in ihrer Funktion zu stärken und ihnen Möglichkeiten der aktiven Gestaltung des Schullebens aufzuzeigen, findet immer zu Beginn des neuen Schuljahres eine Klassensprecherschulung statt. Neben der Erarbeitung von Rechten und Pflichten eines Klassensprechers, erhalten sie eine Einführung in das Erkennen und Bearbeiten von Konflikten sowie das Vorbringen von Anliegen gegenüber Lehrpersonen. Des Weiteren findet während der beiden Seminartage eine Zukunftswerkstatt statt, in der erste Projektideen für das Schuljahr gesammelt werden. Die Ideen reichen von einer eigenen Schulparty, über Nikolaus- und Valentinstagaktionen hin, bis zu einer eigenen Fußball Schulmannschaft und einer Cheerleadergruppe. Auch zu den großen religiösen Festen, wie Bayram und Weihnachten, werden von den KlassensprecherInnen Angebote für die SchülerInnen der Hauptschule geplant und durchgeführt.
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