Jugendsozialarbeit - Berufsvorbereitung

Bewerbungsprojekt

"Von der Schule ins Berufsleben!"

Um die beiden 9.Klassen auf ihrem Weg zu einer Lehrstelle zu unterstützen, bieten wir in Zusammenarbeit mit den KlassenlehrerInnen verschiedene Unterrichtseinheiten an.

Bereits in der 8.Klasse erstellen wir mit den SchülerInnen ein Berufsbarometer und erarbeiten die Berufsbilder ihrer "Wunschberufe", um sie in dem Prozess der Berufsfindung zu unterstützen. Dabei geht es u.a. auch um eine Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen, die diesbezüglich eine große Rolle spielen.

Der Höhepunkt des Bewerbungsprojektes ist der Projekttag "Bewerbungstraining", an dem die SchülerInnen die Möglichkeit haben, sich in zwei möglichst realen Bewerbungsgesprächen zu erproben. Zu den speziellen Vorbereitungen auf diesen Tag zählen das Erstellen von Bewerbungsunterlagen sowie das Üben von Bewerbungsgesprächen.

An dem Projekttag kooperieren wir mit Personalchefs von Betrieben und Unternehmen aus Garching und Umgebung, welche an diesem Tag die Bewerbungsgespräche an der Schule führen. Neben den beiden Bewerbungsgesprächen suchen die SchülerInnen nach offenen Lehrstellenangeboten im Internet oder Bearbeiten Einstellungstest verschiedener Unternehmen. Außerdem haben einige SchülerInnen die Möglichkeit eine Berufsberatung der Arbeitsagentur in Anspruch zu nehmen.

Nach dem Projekttag bekommt jede Schülerin und jeder Schüler eine individuelle Rückmeldung zu den von ihnen geführten Bewerbungsgesprächen. In diesen Einzelgesprächen werden die Gesprächsprotokolle ausgewertet, die von den Personalchefs im Anschluss an die jeweiligen  Bewerbungsgespräche ausgefüllt wurden.


Münchner Merkur 10.Oktober 2008

FIRMEN FÜHREN IN DER HAUPTSCHULE BEWERBUNGSGESPRÄCHE

Sprungbrett in den Beruf

Voller Erwartung stehen 40 Schüler fein herausgeputzt in der Aula. Sie alle  warten ungeduldig auf die Ergebnisse ihrer Bewerbungsgespräche.

VON ANNE KUNZE

Garching – Auf einmal zerknüllt ein Schüler seinen Brief und schmeißt ihn wütend auf den Boden. Auf der anderen Seite bricht ein Mädchen in Jubelschreie aus. Insgesamt zwölf Firmen aus der Region kamen gestern zum Bewerbungsprojekttag an die Hauptschule Garching und luden die Neuntklässler zu Bewerbungsgesprächen ein. Herausspringen konnte dabei eine Lehrstelle oder ein Praktikumsplatz für die Schüler. "So viele Unternehmen wie in diesem Jahr haben sich noch nie an unserem Bewerbungsprojekttag beteiligt", sagt Elisabeth Geisler-Moroder von der Jugendsozialarbeit. Einige der Schüler hätten ihrer Meinung nach in einem normalen Auswahlverfahren keine Chance. "Ihre Bewerbungsmappen würden bereits im Vorfeld aussortiert werden und sie würden erst gar nicht zu einem Gespräch eingeladen", erklärt Geisler-Moroder. Am Projekttag aber hat jeder die Möglichkeit sich bei zwei Firmen seiner Wahl vorzustellen. Seit dem achten Schuljahr arbeiten die Neuntklässler intensiv mit Geisler-Moroder und Daniel Wolf zusammen. Die beiden Jugendsozialarbeiter halfen den Hauptschülern in erster Linie dabei, das Berufsbild zu erarbeiten und ihre Bewerbungsgespräche sowie -mappen vorzubereiten. "Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben die Schüler einen Riesensprung gemacht", sagt Arthur Altmann von der Firma Zeppelin. "Allerdings gab es drastische Unterschiede im Allgemeinwissen oder bei fachspezifischen Fragen." Dieser Meinung war auch die Mehrheit der Personalchefs. Sie begeisterte zwar das Auftreten der Schüler: "Der erste Eindruck stimmte. Angefangen vom Händeschütteln über den Blickkontakt und der Kleidung", sagt Peter Wagner. Im Laufe des Gesprächs trennte sich jedoch die Spreu vom Weizen. Diverse Schüler wussten teilweise nicht, was im Rahmen des ausgewählten Berufs überhaupt auf sie zukommt. Oder sie zeigten gleich von vornherein Desinteresse. Andererseits gab es Schüler, die sich übers Internet oder mittels Broschüren sehr gut auf das Gespräch vorbereitet hatten. "Wir haben auch diejenigen in ein Bewerbungsgespräch geschickt, die sich noch im Unklaren sind, was sie werden wollen", erklärt Geisler-Moroder. Für diese Schüler waren die Firmen sozusagen Versuchskaninchen. "Der Berufsfindungsprozess sei ja um ein Jahr vorverlegt worden", gab Rektor Franz Morawietz zu bedenken: "Früher wurde erst nach dem Quali darüber nachgedacht, was man erlernen möchte."

Zusage oder Absage? Elisabeth Geisler-Moroder und Daniel Wolf
verteilen die Zeugnisse. Am Ende haben einige Schüler einen
Ausbildungsplatz, viele ein Praktikum      FOTO: GEFÖ



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