Geschichte der Hauptschule / Mittelschule Garching

>>> siehe auch: Fotos der Schule aus früheren Zeiten



Am 5. Oktober 1957 wurde das Schulhaus eingeweiht. Im Jahr 2007 wird die Schule also ihren 50. Geburtstag feiern können. Aus diesem Anlass werden wir an dieser Stelle Wissenswertes über die Geschichte der Schule veröffentlichen.


Der jetzige Bau II war der erste Bau der neuen Schule. Das Schulhaus hatte noch ein Satteldach. Der zweite Stock wurde erst 1970 darauf gebaut. Auf der südlichen Seite, zur St.-Severin-Kirche hin wurde das Gebäude später um ein Klassenzimmer pro Stockwerk verlängert.


Das Schulgebäude im Jahr 1957 von Nord-Ost aus gesehen. (heutiger Bau II)

Es hatte im Erdgeschoss und im ersten Stock je zwei Klassenzimmer mit Garderoben. Im Keller war die Schulküche. Unter dem Dach sieht man die Hausmeisterwohnung. Später wurde der Bau auf der südlichen Seite (auf dem Foto linke Seite) um ein Klassenzimmer pro STockwerk verlängert (Einweihung im November1964).

Im September 1970 wurde die Aufstockung um einen zweiten Stock fertiggestellt. Der neue Bau hatte dann ein Flachdach anstelle des Satteldachs.

Das Schulgebäude im Jahr 1957 von Süd-Osten aus gesehen.

Ausschnitte aus der Gemeindechronik Band II von 1979
"Garching b. München - Aus Gouuirichinga wurde Garching"

"Grund- und Hauptschulen in Garching"

Autoren des Artikels:
Manfred Solbrig, Josef Mrazek, Ernst Wengen, Siegfried Eichner, Gertrud Schmid

Nachkriegszeit, 1945 bis 1953

Die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bis in den Anfang der Sechziger Jahre blieb in der Garchinger Schule im Personal- wie im Schulaufwand geprägt von äußerster Sparsamkeit. Das war in Anbetracht der Probleme, die ein verlorener Krieg stellt und des kläglichen Steueraufkommens der Gemeinde nur zu verständlich.

Diese Zeit brachte der Schule große Schwierigkeiten. Durch den Zustrom der Heimatvertriebenen hatte sich die Schülerzahl mehr als verdoppelt. Die drangvolle Enge erreichte ihren Höhepunkt, als im Schuljahr 1947/48 356 Schüler in sieben Klassen unterrichtet werden mußten. Dabei war nicht nur jede Klasse im Schichtunterricht, sondern die 1. und 2. Klassen bekamen, da für sie nur ein Lehrer zugeteilt war, auch nur je 15 Stunden Abteilungsunterricht. Eine kleine Erleichterung brachte im Jahre 1951 die Schrumpfung der Schülerzahl auf 303 und damit auf nur sechs Klassen. Erst 1952/53 normalisierte sich die Lage, da nur noch sechs Klassen mit 250 Schülern in drei Schulzimmern unterzubringen waren. Alle Kinder konnten, wenn auch im Schichtunterricht, mit der vollen vorgeschriebenen Unterrichtszeit versorgt werden.

Neubau der Volksschule, 1. Bauabschnitt: 1953 bis 1957

Im Jahr 1953 nahm der Gemeinderat unter Bürgermeister Josef Amon die Beseitigung der Garchinger Schulraumnot mit allen Kräften in Angriff. Von Heinrich Popp kaufte man um 12 000 DM den Schulbaugrund an der Poststraße. Von nun an wurde jede Mark, die erübrigt werden konnte, für den Schulhausbau zurückgelegt. So kamen 120 000 DM zusammen. 60 000 DM flossen aus dem Verkauf des Geländes für den Atommeiler; dazu weitere 8000 DM aus laufenden Haushaltsmitteln. Ein Darlehen der Kreissparkasse von 120 000 DM, 12 000 DM Staatszuschuß und 7000 DM vom Sportverein VfR Garching reichten mit dem Übrigen zur Deckung der Baukosten von 327 000 DM aus.

Im Oktober 1955 wurde Architekt Weinert mit der Planung von vier Schulsälen an der Poststraße beauftragt. Im Juni 1956 konnte mit dem Bau begonnen und am 26. Oktober 1956 Richtfest gefeiert werden. Ein Jahr danach, am 5. Oktober 1957, wurde die Schulhauseinweihung zu einem Freudentag für die ganze Gemeinde. Vier Schulsäle mit Garderoberäumen, eine Schulküche mit Vorratsraum, ein Brausebad, das hauptsächlich dem VfR diente, sowie Umkleide- und Versammlungsräume für den Fußballverein, der ja auch an den Kosten des Baus beteiligt war, wurden ihrer Bestimmung übergeben. Lehrerzimmer, Arztzimmer, Schulleiterbüro und Lehrmittelraum fanden nur provisorischen Unterschlupf, da sie erst in späteren Bauabschnitten unterzubringen waren. Die sanitären Anlagen und die Heizungsanlage waren in der Kapazität bereits so ausgelegt, daß sie auch für eine Vergrößerung des Hauses reichten. Im Dachgeschoß entstand eine Hausmeisterdienstwohnung. Auch die Freisportanlage, die ebenfalls dem VfR zur Verfügung stand, war ohne Umzäunung nur behelfsmäßig angelegt worden.



Luftbild von Garching 1957. Unten rechts sieht man den ersten Bauabschnitt des neuen Schulzentrums auf dem Anger des Popp-Anwesens.
Am Rand der Isarauen erkennt man die Baustelle des Atomreaktors. Die Siedlung an der Lehrer Stieglitzstraße war bereits einzeilig entstanden.
In Garching lebten damals nur 2947 Einwohner. 1967 waren es schon 7535 und 1977 war die Einwohnerzahl auf 10634 gestiegen.


Schulklasse 1960 im neuen Schulgebäude.

2. und 3. Bauabschnitt: 1963 bis 1966

Im September 1963 übernahm Rektor Josef Mrazek die Schulleitung von seinem pensionierten Vorgänger Winkler. Noch im November dieses Jahres begannen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Schule Garching und gleichzeitig auch der Neubau einer Schule in Hochbrück. Ein Teil des Schulgrundstücks war an die kath. Pfarrgemeinde zum Bau einer neuen Kirche abgegeben worden. So konnten in diesem Abschnitt in südlicher Verlängerung des neuen Schulhauses nur zwei Schulsäle und ein Arztraum angefügt werden. Im Januar 1964 wurden die Lehrerdienstwohnungen in dem weiterhin benützten Schulhaus an der Rathausstraße aufgehoben. Zur gleichen Zeit stellte die Schulleitung wegen der weiterhin stark anwachsenden Schülerzahlen und damit auch des Schichtunterrichts den Antrag, daß mit dem dritten Bauabschnitt im Frühjahr 1965 begonnen werden möge, damit der Schulraummangel in erträglichen Grenzen gehalten werden könne. Der Gemeinderat hatte Verständnis für dieses Anliegen. Er beschloß im Juni 1964, den Architekten Voltenauer mit der Planung des dritten Bauabschnitts zu beauftragen.

Am 11. November 1964 konnte der zweite Bauabschnitt mit zwei Schulsälen gleichzeitig mit der neuen Hochbrücker Schule eingeweiht werden. Die Baukosten in Höhe von 215 000 DM geben im Vergleich zu den Kosten des ersten Abschnitts ein deutliches Bild der Preise, aber auch der gestiegenen Ansprüche. Schon am 23. August 1965 erfolgte der erste Spatenstich zum 3. Bauabschnitt. Am 26. November 1965 wurde Richtfest gefeiert. Im September 1966, rechtzeitig zum Schuljahresbeginn konnten die neuen Räume bezogen werden. Damit war es endlich möglich, alle 15 Klassen in dem neuen Schulgebäude unterzubringen. Das alte Schulhaus, das 73 Jahre lang seine Dienste getan hatte, wurde endgültig aufgegeben. Das lästige Pendeln von Lehrern und Schülern zwischen zwei Schulhäusern über die stark befahrene Bundesstraße 11 hinweg war endlich überstanden.

4. Bauabschnitt und Abtrennung der Grundschule Garching West: 1967 bis 1970

Doch der Gemeinde blieb keine lange Pause beim Schulhausbau. Garching wuchs stürmisch weiter. Bereits am 3. März 1967 wurde Architekt Rischbeck als Nachfolger des inzwischen verstorbenen Architekten Voltenauer mit der Planung des 4. Bauabschnitts beauftragt. Er sollte drei Klassenzimmer, einen Kursusraum sowie eine Turnhalle mit Schwimmhalle umfassen. Damit wäre die Aufnahmefähigkeit des Baugeländes erschöpft gewesen. Von der Schul­leitung stammte der Vorschlag, das auf dem Südteil des Fußballplatzes vorgesehene Rathaus doch an anderer Stelle unterzubringen, um dadurch Platz für weitere zehn bis zwölf Schulzimmer zu gewinnen. Außerdem könnten durch ein größeres Schulzentrum die bestehenden Spezialräume rationeller ausgenützt werden. Am 21. April 1967 stimmte der Gemeinderat dieser Vorstellung zu und beauftragte den Architekten Rischbeck mit der Erstellung von Vorentwürfen. Darüber hinaus aber sollte er auch untersuchen, ob eine Aufstockung des ersten und zweiten Bauabschnitts möglich sei. Der Umbau des alten Schulhauses zu einem Jugendfreizeitheim wurde bereits für diesen Sommer beschlossen.

Das Jahr 1967 brachte aber auch schulorganisatorische Neuerungen rechtlicher Art. Das Wachstum Garchings wirkte sich unübersehbar in einer Erstarkung des evangelischen Bevölkerungsanteils aus. Da die evangelischen Schüler nicht zur durchgehenden Bildung von Jahrgangsklassen als evang. Bekenntnisklassen ausreichten, riefen die Eltern zur Gründung einer christlichen Gemeinschaftsschule auf. Erfolg war, daß bereits 1966/67 zwei erste Klassen dieser Schulart gebildet wurden. Nach der Schuleinschreibung 1967 kam eine voll ausgebaute Gemeinschaftsschule mit 13 Klassen zustande. Am 24. Juli 1968 wurde mit dem 4. Bauabschnitt der Schule begonnen; im Februar 1969 war Richtfest. Auf Grund weiter steigender Einwohnerzahlen wurde die Planung des 5. und 6. Bauabschnitts zur gleichen Zeit in Angriff genommen.

Zu Beginn des Schuljahres 1969/70 war die Garchinger Schule auf 19 Klassen angewachsen. Da damit eine optimale Größe überschritten war, wurde die Grundschule Garching-West mit sieben Klassen abgetrennt, blieb aber im gleichen Hause untergebracht. Mit der Schulleitung wurde die Lehrerin Inge Hampel beauftragt.

5. und 6. Bauabschnitt: 1970 bis 1973

Am 10. April 1970 wurde der vierte Bauabschnitt der Garchinger Schule eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 1,9 Mill. DM, denn das im Kellergeschoß der Turnhalle untergebrachte Lehrschwimmbecken mußte in das Grundwasser gebaut werden. Noch in den großen Ferien 1970 wurde auch die Aufstockung des ersten und zweiten Abschnitts in Angriff genommen. Sie wurde pünktlich zum Schulbeginn im September fertiggestellt. Der Herbst 1971 brachte den Start des sechsten und letzten Bauabschnitts des Schulkomplexes. Das war dringend notwendig, denn 1972 standen für insgesamt 26 Klassen nur 19 Schulsäle zur Verfügung. Die Folge war, daß fast alle Grundschulklassen vom Schichtunterricht betroffen waren. Trotzdem wurde mit Zustimmung der Elternbeiräte und der Schüler die Fünf-Tage-Woche eingeführt, da die Räume des sechsten Abschnitts nach Weihnachten zur Verfügung stehen sollten. Im Januar 1973 konnte tatsächlich der Neubau bezogen werden. Mit seinen neun Schulsälen, einem Handarbeitsraum, Gymnastiksaal und Horträumen standen nunmehr für 26 Klassen bereit: 28 Schulsäle, Gymnastikhalle, Lehrschwimmbecken, Turnhalle, zwei Handarbeitszimmer, Werkraum, Physikraum, Musikraum, Filmraum, drei Kursusräume und ein Arztraum. Außerdem wurde in zwei Räumen und einem Speisesaal ein Gemeindehort eingerichtet. Im Speisesaal konnten nun auch Schüler ein warmes Mittagessen einnehmen, die nicht den Hort besuchten. In dem gesamten Schulkomplex unterrichteten 23 Klassenlehrer und neun Fachlehrer. Die Einweihung des Hauses fand am 5. Oktober 1973 statt.

Trennung von Grund- und Hauptschule, Grundschule Garching Ost: 1973 bis 1975

Das Schuljahr 1973/74 brachte außerdem eine Neuorganisation der Schule. Es wurden die Grundschule unter Rektor Kopp mit 16 Klassen und die Hauptschule unter Rektor Mrazek mit elf Klassen gebildet. Noch im Sommer begann die Planung des neuen Schulzentrums in Garching-Ost, als dessen erster Teil eine weitere Grundschule entstehen sollte. Im August 1974 begannen die Bauarbeiten auf dem Gelände am Prof.-Angermair-Ring. Für die neue Schule wurde, obwohl sie erst im Bau war, rechtzeitig als neuer Rektor Ernst Wengert bestellt. Die weiteren Lehrkräfte kamen aus der bisherigen Grundschule Garching.

Das Richtfest wurde am 25. März 1975 gefeiert. Schon am 3. Oktober 1975 wurde das Gebäude nach kurzer Bauzeit feierlich bezogen und im Mai 1976 die Einweihung gefeiert. Die neue Schule hatte anfangs neun Klassen und 340 Schüler. Die Klassenzahl stieg 1976/77 auf zwölf, die Schülerzahl auf 370. Das Haus weicht von der konventionellen Bauweise eines Schulhauses ab. Es vermeidet lange Gänge. Die notwendigen Verkehrsflächen sind einbezogen in die zentrale Pausenhalle. Von hier aus sind sämtliche Klassenzimmer, aufgeteilt in vier Gruppen zu je drei Zimmern pro Jahrgang erreichbar. Bemerkenswert ist die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen Wände öffnen zu können. Verschiebbare Trennwände lassen neue Räume entstehen, klassenübergreifender Unterricht wird somit ermöglicht. Es ist das Verdienst des Architekten M. Tavas, hier mit großem Einfühlungsvermögen gearbeitet zu haben und der Schule die Möglichkeit einzuräumen, jene musischen Kräfte im Kind freizumachen und zu pflegen, die es in einer zunehmend technisierten Welt benötigt, um bestehen zu können. Dem bewährten Modell der Schule an der Poststraße folgend, wurde im Schulgebäude ein Kinderhort mit 50 Plätzen untergebracht.

Rektoren und Rektorinnen der Garchinger Volksschule bzw. Hauptschule:

ab 1. November 1957: Rektor Winkler
ab September 1963: Rektor Josef Mrazek
ab September 1981: Rektor Heinrich Ziegeltrum
ab September 1996: Rektor Bernhard Buckenleib
ab September 1999: Rektorin Christina Grasse
ab September 2004: Rektor Franz Morawietz

Die Hauptschule Garching heute.
Hier der Blick auf den Eingang in die Aula und den Bau 1

Hauptschule Garching, Bau 1

Hauptschule Garching Bau 2