|
2. und 3. Bauabschnitt: 1963 bis 1966
Im September 1963 übernahm Rektor Josef Mrazek die Schulleitung von seinem pensionierten Vorgänger Winkler. Noch im November dieses Jahres begannen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Schule Garching und gleichzeitig auch der Neubau einer Schule in Hochbrück. Ein Teil des Schulgrundstücks war an die kath. Pfarrgemeinde zum Bau einer neuen Kirche abgegeben worden. So konnten in diesem Abschnitt in südlicher Verlängerung des neuen Schulhauses nur zwei Schulsäle und ein Arztraum angefügt werden. Im Januar 1964 wurden die Lehrerdienstwohnungen in dem weiterhin benützten Schulhaus an der Rathausstraße aufgehoben. Zur gleichen Zeit stellte die Schulleitung wegen der weiterhin stark anwachsenden Schülerzahlen und damit auch des Schichtunterrichts den Antrag, daß mit dem dritten Bauabschnitt im Frühjahr 1965 begonnen werden möge, damit der Schulraummangel in erträglichen Grenzen gehalten werden könne. Der Gemeinderat hatte Verständnis für dieses Anliegen. Er beschloß im Juni 1964, den Architekten Voltenauer mit der Planung des dritten Bauabschnitts zu beauftragen.
Am 11. November 1964 konnte der zweite Bauabschnitt mit zwei Schulsälen gleichzeitig mit der neuen Hochbrücker Schule eingeweiht werden. Die Baukosten in Höhe von 215 000 DM geben im Vergleich zu den Kosten des ersten Abschnitts ein deutliches Bild der Preise, aber auch der gestiegenen Ansprüche. Schon am 23. August 1965 erfolgte der erste Spatenstich zum 3. Bauabschnitt. Am 26. November 1965 wurde Richtfest gefeiert. Im September 1966, rechtzeitig zum Schuljahresbeginn konnten die neuen Räume bezogen werden. Damit war es endlich möglich, alle 15 Klassen in dem neuen Schulgebäude unterzubringen. Das alte Schulhaus, das 73 Jahre lang seine Dienste getan hatte, wurde endgültig aufgegeben. Das lästige Pendeln von Lehrern und Schülern zwischen zwei Schulhäusern über die stark befahrene Bundesstraße 11 hinweg war endlich überstanden.
4. Bauabschnitt und Abtrennung der Grundschule Garching West: 1967 bis 1970
Doch der Gemeinde blieb keine lange Pause beim Schulhausbau. Garching wuchs stürmisch weiter. Bereits am 3. März 1967 wurde Architekt Rischbeck als Nachfolger des inzwischen verstorbenen Architekten Voltenauer mit der Planung des 4. Bauabschnitts beauftragt. Er sollte drei Klassenzimmer, einen Kursusraum sowie eine Turnhalle mit Schwimmhalle umfassen. Damit wäre die Aufnahmefähigkeit des Baugeländes erschöpft gewesen. Von der Schulleitung stammte der Vorschlag, das auf dem Südteil des Fußballplatzes vorgesehene Rathaus doch an anderer Stelle unterzubringen, um dadurch Platz für weitere zehn bis zwölf Schulzimmer zu gewinnen. Außerdem könnten durch ein größeres Schulzentrum die bestehenden Spezialräume rationeller ausgenützt werden. Am 21. April 1967 stimmte der Gemeinderat dieser Vorstellung zu und beauftragte den Architekten Rischbeck mit der Erstellung von Vorentwürfen. Darüber hinaus aber sollte er auch untersuchen, ob eine Aufstockung des ersten und zweiten Bauabschnitts möglich sei. Der Umbau des alten Schulhauses zu einem Jugendfreizeitheim wurde bereits für diesen Sommer beschlossen.
Das Jahr 1967 brachte aber auch schulorganisatorische Neuerungen rechtlicher Art. Das Wachstum Garchings wirkte sich unübersehbar in einer Erstarkung des evangelischen Bevölkerungsanteils aus. Da die evangelischen Schüler nicht zur durchgehenden Bildung von Jahrgangsklassen als evang. Bekenntnisklassen ausreichten, riefen die Eltern zur Gründung einer christlichen Gemeinschaftsschule auf. Erfolg war, daß bereits 1966/67 zwei erste Klassen dieser Schulart gebildet wurden. Nach der Schuleinschreibung 1967 kam eine voll ausgebaute Gemeinschaftsschule mit 13 Klassen zustande. Am 24. Juli 1968 wurde mit dem 4. Bauabschnitt der Schule begonnen; im Februar 1969 war Richtfest. Auf Grund weiter steigender Einwohnerzahlen wurde die Planung des 5. und 6. Bauabschnitts zur gleichen Zeit in Angriff genommen.
Zu Beginn des Schuljahres 1969/70 war die Garchinger Schule auf 19 Klassen angewachsen. Da damit eine optimale Größe überschritten war, wurde die Grundschule Garching-West mit sieben Klassen abgetrennt, blieb aber im gleichen Hause untergebracht. Mit der Schulleitung wurde die Lehrerin Inge Hampel beauftragt.
5. und 6. Bauabschnitt: 1970 bis 1973
Am 10. April 1970 wurde der vierte Bauabschnitt der Garchinger Schule eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 1,9 Mill. DM, denn das im Kellergeschoß der Turnhalle untergebrachte Lehrschwimmbecken mußte in das Grundwasser gebaut werden. Noch in den großen Ferien 1970 wurde auch die Aufstockung des ersten und zweiten Abschnitts in Angriff genommen. Sie wurde pünktlich zum Schulbeginn im September fertiggestellt. Der Herbst 1971 brachte den Start des sechsten und letzten Bauabschnitts des Schulkomplexes. Das war dringend notwendig, denn 1972 standen für insgesamt 26 Klassen nur 19 Schulsäle zur Verfügung. Die Folge war, daß fast alle Grundschulklassen vom Schichtunterricht betroffen waren. Trotzdem wurde mit Zustimmung der Elternbeiräte und der Schüler die Fünf-Tage-Woche eingeführt, da die Räume des sechsten Abschnitts nach Weihnachten zur Verfügung stehen sollten. Im Januar 1973 konnte tatsächlich der Neubau bezogen werden. Mit seinen neun Schulsälen, einem Handarbeitsraum, Gymnastiksaal und Horträumen standen nunmehr für 26 Klassen bereit: 28 Schulsäle, Gymnastikhalle, Lehrschwimmbecken, Turnhalle, zwei Handarbeitszimmer, Werkraum, Physikraum, Musikraum, Filmraum, drei Kursusräume und ein Arztraum. Außerdem wurde in zwei Räumen und einem Speisesaal ein Gemeindehort eingerichtet. Im Speisesaal konnten nun auch Schüler ein warmes Mittagessen einnehmen, die nicht den Hort besuchten. In dem gesamten Schulkomplex unterrichteten 23 Klassenlehrer und neun Fachlehrer. Die Einweihung des Hauses fand am 5. Oktober 1973 statt.
Trennung von Grund- und Hauptschule, Grundschule Garching Ost: 1973 bis 1975
Das Schuljahr 1973/74 brachte außerdem eine Neuorganisation der Schule. Es wurden die Grundschule unter Rektor Kopp mit 16 Klassen und die Hauptschule unter Rektor Mrazek mit elf Klassen gebildet. Noch im Sommer begann die Planung des neuen Schulzentrums in Garching-Ost, als dessen erster Teil eine weitere Grundschule entstehen sollte. Im August 1974 begannen die Bauarbeiten auf dem Gelände am Prof.-Angermair-Ring. Für die neue Schule wurde, obwohl sie erst im Bau war, rechtzeitig als neuer Rektor Ernst Wengert bestellt. Die weiteren Lehrkräfte kamen aus der bisherigen Grundschule Garching.
Das Richtfest wurde am 25. März 1975 gefeiert. Schon am 3. Oktober 1975 wurde das Gebäude nach kurzer Bauzeit feierlich bezogen und im Mai 1976 die Einweihung gefeiert. Die neue Schule hatte anfangs neun Klassen und 340 Schüler. Die Klassenzahl stieg 1976/77 auf zwölf, die Schülerzahl auf 370. Das Haus weicht von der konventionellen Bauweise eines Schulhauses ab. Es vermeidet lange Gänge. Die notwendigen Verkehrsflächen sind einbezogen in die zentrale Pausenhalle. Von hier aus sind sämtliche Klassenzimmer, aufgeteilt in vier Gruppen zu je drei Zimmern pro Jahrgang erreichbar. Bemerkenswert ist die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen Wände öffnen zu können. Verschiebbare Trennwände lassen neue Räume entstehen, klassenübergreifender Unterricht wird somit ermöglicht. Es ist das Verdienst des Architekten M. Tavas, hier mit großem Einfühlungsvermögen gearbeitet zu haben und der Schule die Möglichkeit einzuräumen, jene musischen Kräfte im Kind freizumachen und zu pflegen, die es in einer zunehmend technisierten Welt benötigt, um bestehen zu können. Dem bewährten Modell der Schule an der Poststraße folgend, wurde im Schulgebäude ein Kinderhort mit 50 Plätzen untergebracht.
Rektoren und Rektorinnen der Garchinger Volksschule bzw. Hauptschule:
ab 1. November 1957: Rektor Winkler
ab September 1963: Rektor Josef Mrazek
ab September 1981: Rektor Heinrich Ziegeltrum
ab September 1996: Rektor Bernhard Buckenleib
ab September 1999: Rektorin Christina Grasse
ab September 2004: Rektor Franz Morawietz
|