Artikel zur Ganztagsschule an der Mittelschule Garching

Münchner Merkur - Landkreis Nord, 5.4.2009

Sozial-Projekt der Hauptschule

Garching - Soziales Engagement hat die Hauptschule Garching bei einem Projekt auf den Stundenplan gesetzt.

Jung trifft Alt. „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ singen die Kinder der Hauptschule Garching für die Senioren im Pflegeheim am Mühlfeldweg. Foto: Michalek

„Kamera läuft“, sagt der Kameramann. Die Straßenumfrage kann beginnen. „Wie sehen sie ihre Zukunft?“, fragt die Reporterin einen Passanten. „Schwarz, total schwarz“, antwortet er.

Im Rahmen ihres Projekttages unter dem Motto „Soziales Engagement“ präsentierten Schüler der 5a und 6a der Hauptschule Garching den Senioren des Pflegezentrums am Mühlfeldweg Ausschnitte aus einem Theaterstück, das sich auf witzige Art mit dem Thema „Altwerden“ beschäftigt. Die Auszüge aus dem Stück, das die Schüler demnächst an ihrer Schule aufführen wollen, sind aber nur Teil eines bunten Unterhaltungsprogrammes, das sie gemeinsam mit ihren Lehrern Hakan Özcan und Roland Moroff für die Senioren vorbereitet haben.

„2222“ heißt das Bühnenstück, das von Franzi Klingelhöfer geschrieben wurde. Passanten werden von einer Reporterin gefragt, wie sie sich die Zukunft im Jahr 2222 vorstellen. Wegen der teils düsteren Aussichten entsteht die Idee einer „Verjüngungsuhr“, mit der man seine Zukunft und das Alter selbst bestimmen kann.

Im zweiten Ausschnitt sitzen die Schüler als „Kaffeetanten“ verkleidet im Seniorenclub und plaudern über Vor- und Nachteile des Verjüngens. Man kommt letztlich zu dem Entschluss, dass man das Altern nicht manipulieren sollte, sondern es hinnehmen müsse.

Spielerisch setzen sich die Schüler in dem Stück mit dem Alter auseinander. Es ist ein Teil des Projektes, das Miteinander von Alt und Jung zu fördern. „Mit dem Besuch sollen sie bestehende Berührungsängste gegenüber der Einrichtung und ihrer Bewohner abbauen“, erklärt Heimleiterin Magdalena Schwindsackl.


Münchner Merkur - Landkreis Nord, 13.6.2008

Hauptschule sucht Betreuer für neue Ganztagsklasse

Garching - Das Erfolgsmodell der Ganztagsklassen in Garching hat sich unter den Eltern herum gesprochen.

So berichteten der Klassenleiter der Ganztagsklasse Roland Moroff und die Tandemlehrerin Nicole Siegel beim Infoabend für die kommende 5a von den Erfahrungen und den besonderen Unternehmungen der seit knapp einem Jahr bestehenden Ganztagsklasse an der Hauptschule Garching im laufenden Schuljahr.

Lesen wird sehr groß geschrieben in der Ganztagsklasse. So werden die zusätzlichen zwölf Lehrerstunden zur intensiven Leseförderung genutzt.Die Teilname am Internet-Buchportal "Antolin" führt die Schüler auch an das Internet heran. Acht Stunden zusätzlicher Unterricht am Nachmittag durch die Lehrkräfte und vier Stunden, in denen die Klasse geteilt wird, ersetzen den Bereich der schriftlichen Hausaufgaben am Nachmittag. In der Ganztagsklasse fallen keine schriftlichen Hausaufgaben mehr an.

Die Mittagszeit wird von außerschulischen Helfern gestaltet. Dafür erhält der Kooperationspartner - in Garching ist das der Kreisjugendring - 6000 Euro für das Schuljahr. Hans Schmid, der das Jugendhaus Profil in Garching leitet, berichtete von dem besonderen Engagement seiner ehrenamtlichen Kräfte.

Für die neu zu bildende Ganztagsklasse werden noch Betreuungskräfte gesucht. Im kommenden Schuljahr soll besonders der Bereich Musik und Sport gefördert werden. Interessenten können sich an die Schule 32 98 91 16 oder direkt an Hans Schmid 329 15 67 wenden. Garchinger Schüler werden bei den knappen Plätzen der Ganztagsklsse bevorzugt. Es können sich aber auch Eltern der


SZ Landkreisausgabe München-Nord 14./15.6.2008

Gefragte Ganztagsklassen

Trotz Fußballs ist Informationsabend der Hauptschule Sankt Severin gut besucht

Garching Das Interesse der Garchinger an der Ganztagsschule wächst: Beim Informationsabend der Hauptschule Sankt Severin am Donnerstagabend waren zahlreiche Zuhörer anwesend - trotz des gleichzeitig laufenden Deutschlandspiels. Offenbar spreche sich herum, dass die Ganztagsklasse sich zum Erfolgsmodell entwickle, so die Schlussfolgerung von Schulleiter Franz Morawietz.

Bereits jetzt gibt es an seiner Schule eine Ganztagsklasse, die Erfahrungen im ersten Schuljahr sind laut Morawietz sehr positiv. Kinder, die mit deutlichen Schwächen gestartet seien, hätten nun mit Altersgenossen gleichgezogen, auch einige Übertritte in die Realschule seien möglich gewesen. Vor allem die Leseförderung wird bei der Ganztagsklasse groß geschrieben: Die zwölf zusätzlichen Lehrerstunden würden hierfür genutzt. Von den Eltern werde es als besonders positiv erlebt, dass nach Unterrichtsende keine schriftlichen Hausaufgaben mehr anfielen, sagte Morawietz. Zuhause noch zu lernen oder den Stoff zu wiederholen, bleibt den Kindern aber dennoch nicht ganz erspart. Aufgelockert wird der Tag durch das gemeinsame Mittagessen und viele außerschulische Aktivitäten, die auch dazu beitragen sollen, das soziale Miteinander zu stärken. In der Mittagspause gestalten außerschulische Kräfte das Programm, dabei ist der Kooperationspartner in Garching der Kreisjugendring.

Während die Kinder in der jetzigen fünften Klasse bis 16.15 Uhr in der Schule sind, wird die Zeit für die neue Ganztagsklasse etwas reduziert: Nach Angaben des Schulleiters ist ein Schulende um 15.30 Uhr geplant: Eltern, die interessiert sind, ihr Kind in der Ganztagsklasse unterzubringen, haben bis 27. Juni die Gelegenheit zur Anmeldung. Garchinger Kinder werden zwar bevorzugt, sollten jedoch Plätze frei bleiben, können auch Kinder aus anderen Gemeinden aufgenommen werden. Dies gelte im übrigen auch für die künftige sechste Klasse, so der Schulleiter: Hier würden im Herbst wieder einige Plätze frei. Welches Kind in der Ganztagsklasse unterkommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Kinder, die sonst nur wenig Betreuung außerhalb der Schule erfahren können, haben die größten Chancen auf einen Platz.  moo


10.9.2007 - Artikel im Münchner Merkur, Landkreisausgabe
VON DIRK WALTER

Fünftkläßler mit 42-Stunden-Woche

Die Hauptschulen in Bayern sollen "flächendeckend" auf Ganztagsbetrieb umstellen. Doch der Weg dahin ist steinig, wie ein Beispiel aus Garching (Kreis München) zeigt.

Garching - Am Eingang wird der "Zahlbetrag für Erwachsene 2,50 DM" angemahnt, drinnen warnt ein Schild "Einspringen verboten". Das alte Lehrschwimmbecken der Hauptschule Garching ist seit Jahren ungenutzt. Schulleiter Franz Morawietz (55) steigt in das staubige Becken: "Hier entsteht die Mensa" - da der Speisesaal, dort die Küche. Baubeginn im März, Eröffnung irgendwann 2009.

Schöne Vision, bescheidene Realität: An der Hauptschule in der 15 000-Einwohner-Stadt im Norden Münchens wird in diesem Jahr erstmals eine Ganztagsklasse eingerichtet, mit 19 Fünftklässlern und viel Improvisationstalent. "Eine Leidensgeschichte", kommentiert Morawietz.

Bayernweit herrscht Antragsstau. Das hat auch in Garching dazu geführt, dass ,der Schulleiter sich drei Jahre lang vergeblich um eine Ganztagsklasse, bemüht hat. Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt. Gerade noch rechtzeitig, denn die Schule ist mit 175 Kindern recht klein und, das verhehlt Morawietz nicht, braucht dringend einen neuen Impuls. Die Konkurrenz schält nicht: Schon heute zieht es Garchinger Kinder oft auf Schulen in Nachbar-Orten.

42 Schulstunden statt der herkömmlichen 30 haben die Schüler in Garching. Täglich außer Freitag ist Unterricht von 8.00 bis. 16.15 Uhr in Deutsch, Mathe, Englisch und Kombi-Fächern wie "Physik/Chemie/Biologie" oder "Arbeit/Wirtschaft/ Technik". Damit es für die Elf- und Zwölfjährigen nicht zu viel wird, unterbrochen von kreativen Elementen: Sport, Kunst oder Musik. Es gibt keine Hausaufgaben, selbst Englisch-Vokabeln sollen die Schüler nur in der Schule lernen, verspricht Morawietz. Herausragendes Merkmal aber ist der Differenzierungsunterricht, der zum Markenzeichen der Ganztags-Hauptschulen werden soll. Die Klassen werden dabei geteilt und in zwei kleineren Gruppen das Erlernte geübt. Das ist möglich, weil die Ganztagsklasse in Garching von zwei Lehrern unterrichtet wird. "Tandem-Teaching" heißt das.

Morawietz ist ein sachlich argumentierender Lehrer, der aber aus seiner Skepsis am bayerischen Schulsystem keinen Hehl macht. "Die Hauptschule lässt sich nur durch eines retten: mehr Lehrer, mehr Lehrer, mehr Lehrer!" Das Geld - es ist der große Sorgenfaktor. Es gab Zeiten, da bewilligte das Kultusministerium für eine Ganztagsklasse 19 Lehrerstunden pro Woche. Das Budget ist jetzt auf zwölf Lehrerwochenstunden gekürzt. Dafür buttert das Ministerium zwar 6000 Euro jährlich dazu. Doch die gekürzten Lehrerstunden könnten so natürlich nicht wettgemacht werden, betont Morawietz. Er verwendet das Geld, um für die Mittagszeit eine pädagogische Begleitung zu organisieren. Auch das war schwierig: Morawietz schloss einen Vertrag mit dem Kreisjugendring, nun suchen sie Personal. Ein Lehramtsstudent ist Morawietz beim Praktikum aufgefallen, das könnte was werden, denkt er.

Die Frage, ob denn während des Mittagessens - vorerst im Schülercafe - Betreuung notwendig ist, beantwortet er mit ungläubigen Kopfschütteln. "Wir müssen denen doch sogar Tischmanieren beibringen." Zu keiner Tageszeit seien Schüler so zappelig wie zwischen 12 und 14 Uhr, sagt der Pädagoge. Am liebsten wäre ihm deshalb ein Lehrer als Betreuer, aber das ist nicht zu bezahlen und würde auch schlicht daran scheitern, dass im Münchner Norden Hauptschullehrer derzeit händeringend gesucht werden. Garching sei "keine Problemschule", betont Morawietz. Soziale Konflikte fürchtet er nicht. 12 der 19 Schüler sind Migrantenkinder, zumeist sind es Türken aus dem Garchinger Stadtteil Hochbrück. Eine schwierige Klientel? Nein, sagt Morawietz, die meisten stammten "aus soliden und liebevollen Verhältnissen". Aber Deutsch-Kenntnisse seien ein Problem, auch wegen der Eltern. "Es gibt Eltern, die sich auf Deutsch kaum verständlich machen können." Mehr ärgert sich Morawietz über die "irre Bürokratie". Anstellungsverträge, Catering-Service, das Kleinklein beim Mensa-Bau im Schwimmbad: Förderfähig sind nur 0,6 Quadratmeter pro Schüler. Im Endausbau rechnet Garching mit 100 Ganztagsschülern - das wären gerade 60 Quadratmeter. Die Mensa wird aber mehr als doppelt so groß. Bestenfalls 40 Prozent der 1,9 Millionen Euro Baukosten kommen vom Freistaat.

Der Härtetest für die Ganztagsschüler dürfte indes im Sommer kommen: Die Kinder bekommen kein Hitzefrei. Morawietz: "Sie bleiben zuverlässig jeden Tag bis 16.15 Uhr in der Schule - diese Garantie geben wir." Nur schade, dass es das Schwimmbad nicht mehr gibt.


12. Juni 2007 Ganztagesklasse ab dem Schuljahr 2007/2008

Entscheidung des Ministerrats: Die Garchinger Hauptschule kann im September 2007 mit einer Ganztagesklasse starten.

Bürgermeister Manfred Solbrig zeigte sich hoch erfreut, dass der Antrag im vierten Anlauf Erfolg hatte. "Es ist toll, dass die Schulleitung und das Kollegium immer wieder diese Energie aufgebracht haben." Dass der Stadtrat diese Ansicht teilt, hat er bereits im März bewiesen: Damals hatte er umfangreiche Baumaßnahmen genehmigt, um die Ganztagsschule zu ermöglichen. Rund 1,9 Millionen Euro soll der Umbau laut Zuschussantrag kosten. Die Stadt hofft, dass der Freistaatt 40 Prozent der Kosten übernimmt. Unter anderem soll das alte Lehrschwimmbecken in einen Speisesaal mit Cateringküche umgebaut werden. Außerdem sind zusätzliche Klassenzimmer, so genannte Differenzierungsräume, vorgesehen, damit Schüler auch in kleineren Gruppen unterrichtet werden können.

Der Ganztageszug soll schrittweise eingeführt werden und beginnt zunächst in der 5. Jahrgangsstufe. An vier Tagen soll die neue Ganztagesklasse auch nachmittags betreut und unterrichtet werden - die Schule endet dann um 16.15 Uhr. Der Freistaat stellt der Schule dafür zusätzlich zwölf Lehrerwochenstunden zur Verfügung sowie ein Budget von 6000 Euro im Jahr, aus dem externe Referenten oder Betreuer eingekauft werden können. Zwei Lehrer sollen die neue Ganztagesklasse als Tandem leiten. Neben Nachmittagsunterricht soll es zusätzliche Übungsstunden zur individuellen Förderung geben. Hausaufgaben werden überflüssig. An jedem Schultag soll mindestens ein kreatives Element aus den Bereichen Sport, Kunst und Praxis in den Tagesablauf integriert werden.
(aus der Landkreisausgabe der Süddeutschen Zeitung, Juni 2007)


Süddeutsche Zeitung, Landkreisausgabe, Juli 2006, Artikel von Walter Gierlich

Garching bekommt wieder keine Ganztagsklasse

Auch im dritten Anlauf wird der Antrag für die Hauptschule vom Kultusministerium abgelehnt

Garching Auch im dritten Anlauf sind Stadt und Hauptschule Garching mit ihrem Antrag zur Einrichtung einer Ganztagsklasse gescheitert. In ganz Oberbayern wird es von September an nur vier neue Ganztagsklassen geben, aber erneut nicht in der Universitätsstadt mit ihrem hohen Anteil an Migrantenkindern. Für Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD) ist die Entscheidung des Kultusministeriums unverständlich, sieht er doch die Garchinger Hauptschule als einen "Bedarfsbrennpunnkt".

Auch Rektor Franz Morawietz kann die Entscheidung nicht nachvollziehen, da das pädagogische Konzept der Hauptschule "generell sehr gelobt" worden sei. Im vergangenen Jahr wurde die Hauptschule Garching sogar vom Bundespräsidenten für ihr Projekt der sozialwirksamen Schule ausgezeichnet. Eine nähere Begründung für die neue Ablehnung des Antrags liegt ihm nicht vor. Allerdings seien in ganz Bayern nur zehn neue Ganztagsklassen genehmigt worden. "Ich finde das sehr, sehr bedauerlich", erklärte der Schulleiter zur erneuten Ablehnung. Auch das Kollegium sei "sehr, sehr enttäuscht".

Bürgermeister Solbrig hält die Ablehnung durch das Kultusministerium für ausschließlich finanziell begründet, zumal Ganztagsklassen in seinen Augen flächendeckend notwendig wären. Völlig unverständlich ist für den Rathauschef die Auskunft aus dem Kultusministerium, dass es schließlich in den Nachbarorten Unterschleißheim und Eching bereits Ganztagsklassen gebe: "Das hilf doch dem Garchinger Hauptschüler nichts."

Das Kultusministerium habe der Stadt geraten, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen Doch Solbrig, der hofft, dass jetzt nicht Resignation eintritt ist sich nicht sicher: "Ich weiß nicht, ob ich noch mal einen Antrag stellen soll, wenn ich überhaupt keine Perspektive habe. Rektor Morawietz ist etwas optimistischer. Auf die Frage, ob die Schule im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen werde, antwortet er: "Ich gehe davon aus." Für das im September beginnende Schuljahr sieht der Rektor jedoch auch zumindest einen kleinen Lichtblick: "Wir werden einen Schulsozialarbeiter bekommen."


Münchner Merkur, Landkreisausgabe vom 8./9. Juli 2006, Artikel von Günter Hiel

Schwerer Schlag für Hauptschule

Ganztagsklasse erneut abgelehnt

Garching - Die Hauptschule Garching bekommt wieder keine Ganztagsklasse. Im dritten Jahr in Folge hat das Kultusministerium den Antrag abgelehnt. Die Enttäuschung ist gewaltig. "Rektor Franz Morawietz ist am Boden zerstört", sagt Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD), der keinerlei Verständnis für die erneute Ablehnung hat. Der Freistaat spare an der falschen Stelle, das werde sich rächen.

"Persönlich bin ich maßlos enttäuscht", sagt Manfred Solbrig. Aus dem Kultusministerium habe er sinngemäß die Begründung gehört, in Garching als Wissenschaftsstadt brauche man doch kein Ganztagsangebot an der Hauptschule. "Unsinn", sagt Solbrig empört. In Garching gebe es nicht nur Forscher, die ihre Kinder ohnehin aufs Gymnasium schicken, sondern auch viele Bürger mit Migrationshintergrund, im Stadtteil Hochbrück über 40 Prozent der Einwohner. Der Bedarf sei unstrittig. Die Schule habe mit großem Engagement ein schlüssiges pädagogisches Konzept erstellt - und jetzt dieser Tiefschlag.

Dass es im kommenden Schuljahr nur zehn neue Ganztagsklasse in ganz Bayern geben wird, ist kein Trost. Ebensowenig der Hinweis, dass es in Unterschleißheim und Eching Ganztagsangebote gibt. "Was hilft das uns", fragt Manfred Solbrig. Und den Hinweis aus dem Kultusministerium, dass die Garchinger im Landkreis München aber ganz oben auf der Liste stehen - den empfindet er als Hohn angesichts der dritten Ablehnung in Folge. "Irgendwann kehrt Resignation ein", sagt er. "Seien wir ganz ehrlich: der wirkliche Ablehnungsgrund hat nichts mit Pädagogik zu tun, da geht es doch nur ums Geld, das der Freistaat nicht ausgeben will."

Der Bürgermeister hat die Landtagsabgeordneten Peter Paul Gantzer (SPD) und Ernst Weidenbusch eingeschaltet, die ihm wenig Hoffnung machen konnten. Die Stadt wird fürs nächste Schuljahr aber erneut einen Antrag stellen. Garching gibt nicht auf.


Münchner Merkur 27.07.2006

Ganztagesklassen scheitern am Geld

Gantzer hakt im Kultusministerium nach

Garching (gü) - Maßlos enttäuscht waren die Schulleitung und Bürgermeister Manfred Solbrig, dass die Hauptschule Garching wieder keine Ganztagsklasse bekommen wird. Landtagsvizepräsident Peter Paul Gantzer (SPD) aus Haar hat für die Garchinger im bayerischen Kultusministerium nachgehakt und bestätigt bekommen, was Manfred Solbrig gleich vermutet hat: Hauptsächlich aus finanziellen Gründen ist der Antrag abgelehnt worden. Doch Kultusminister Siegfried Schneider kennt die Lage in Garching, hat Gantzer erfragt, insbesondere auch die Tatsache, dass von 218 Schülern 111 einen Migrationshintergrund haben. Schneider wisse auch, dass Stadt wie Schule gute Vorarbeit für Ganztagesklassen geleistet haben.