Mittelschule - Schulverbund

9.6.2011 - Münchner Merkur – Landkreis Nord

Bei Mahnecke laufen die Fäden zusammen

Kirchheim - Für die 63-jährige Kirchheimer Grund- und Hauptschulrektorin Eva-Maria Mahnecke beginnt ein neues berufliches Leben.

Eva-Maria Mahnecke, die Rektorin der Hauptschule in Kirchheim. foto: agm

Sie erhielt von der Regierung von Oberbayern die Ernennungsurkunde als Hauptschulverbundskoordinatorin für die Mittelschule Garching, Ismaning und Kirchheim.

Damit fällt künftig Mahnecke die endgültige Entscheidung über Lehrerstunden und Klassenbildung an allen drei Hauptschulen. In der Zweckverbandsitzung ihrer Heimatschule in Kirchheim bemühte sich die neue Chefin aber sofort zu betonen, dass diese Entscheidung selbstverständlich in enger Verständigung mit den Kollegen Franz Morawietz in Garching und Robert Häusler in Ismaning, sowie nach pädagogischen Gesichtspunkten fallen werde.

Derzeit zählt der Mittelschulverbund für das kommende Schuljahr 159 Schüler aus Kirchheim, 186 Schüler aus Garching und 248 Schüler aus Ismaning. Für die insgesamt 593 Schüler werden bei drei Schulstandorten zwischen 1056 bis 1088 Lehrerstunden vom Staatlichen Schulamt zugewiesen. In Kirchheim gehen die Schülerzahlen im kommenden Schuljahr um 20 Schüler zurück. So müssen die Achtklässler damit rechnen, dass es nur noch eine Klasse in ihrer Jahrgangsstufe gibt, die dann mit 30 Schülern recht groß besetzt ist, wie Mahnecke mitteilte. Hier werde man dann aber Differenzierungsunterricht in Gruppen beispielsweise in Englisch erteilen.

Aber auch solche Fragen würden bei der gemeinsamen Sitzung der Schulleiter besprochen. Das Ziel sei, erklärte Mahnecke, eine nach pädagogischen Gesichtspunkten unter der gegebenen Lehrerstundezahl optimierte Gestaltung des Unterrichts.


SZ Landkreis-Ausgabe München-Nord
im April 2011

Keine Liebesheirat
Drei Hauptschulen dürfen sich künftig Mittelschule nennen

Von Anna Günther

Kirchheim -Ab dem kommenden Schuljahr dürfen sich die drei Hauptschulen in Ismaning, Garching und Kirchheim "Mittelschule" nennen. Nach zähen Verhandlungen haben die drei Bürgermeister in der Kirchheimer Volksschule den Vertrag zum neuen Schulverbund unterzeichnet - einen Tag, bevor die um vier Wochen verlängerte Frist endgültig auslief. Eigentlich hätten der öffentlichrechtliche Kooperationsvertrag und die Kooperationsvereinbarung der Schulleiter bereits am 15. März im Staatlichen Schulamt eingehen müssen. Der Grund für den benötigten Aufschub lag der Kirchheimer Volksschulrektorin Eva­Maria Mahnecke zufolge in den schwierigen Verhandlungen der drei Schulleiter. Neben Mahnecke versuchten auch Franz Morawietz (Garching) und RobertHäusler (Ismaning) das Beste für ihre eigene Schule auszuhandeln. Die Bildungsstätten bleiben im Schulverbund zwar eigenständig, müssen sich aber künftig neben Sprengel und Budget auch die Lehrerstunden teilen. Einig waren sich Schulen und Kommunen darin, dass der Verbund nötig ist, um das "Gütesiegel Mittelschule" zu bekommen - und darin, dass er auf fünf Jahre beschränkt sein soll. Eine Liebesheirat sei das nicht, hieß es aus dem Ismaninger Rathaus.

Die Bayerische Staatsregierung fordert die drei Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales, ein Ganztagesangebot sowie enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Arbeitsagenturen. Außerdem soll ein mittlerer Bildungsabschluss angeboten und die Kinder individuell gefördert werden. Alleine hätte keine der drei Schulen das Gütesiegel bekommen, denn in Kirchheim und Gärching gibt es keinen M-Zweig und Ismaning ist nach Ansicht des Kultusministeriums mit 248 Schülern zu klein, um dauerhaft den M-Zweig zu garantieren. Die Schulamtsleiterin Evelyn Sehling wird Mahnecke als Verbundskoordinatorin vorschlagen, die dann von der Staatsregierung beauftragt wird. Die Kirchheimer Schulleiterin muss künftig Konsens herstellen, das Budget aufteilen und Klassen bilden.

Die Bürgermeister von Garching und Kirchheim, Hannelore Gabor (CSU) und Heinz Hilger (VFW), waren mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Nicht aber ihr Kollege Michael Sedlmair (FWG), den Sehlings Wahl überraschte. Denn der Ismaninger Gemeinderat hatte schon im Dezember betont, dass die Kommune nur den eigenen Hauptschulrektor Häusler akzeptieren werde: Es sei "befremdlich, dass die Änderung einfach so en passant mitgeteilt wird", sagte Sedlmair wütend. Die Mediengemeinde hatte sich 2010 vergeblich allein für das Prädikat "Mittelschule" beworben und sogar die umfangreiche Sanierung der Gebäude beschlossen. Besonders ärgerte Sedlmair, dass die Hauptschulen in Kirchheim und Garching plötzlich eigene M-Klassen gefordert hatten, die die bestehenden Ismaninger Klassen gefährden würden.


SZ 10.5.2011 (Bayern-Teil)

Hauptschulen in Bayern
Hauptsache Mittelschule

Von Tina Baier

Fast alle Hauptschulen in Bayern werden in Mittelschulen umgewandelt - am Ende sollen sich die Schüler auf Technik, Wirtschaft oder Soziales spezialisieren.

München - Zum neuen Schuljahr wird es in Bayern fast keine Hauptschulen mehr geben. "95 Prozent der bisherigen Hauptschulen werden das Schuljahr 2011/2012 als Mittelschulen beginnen", sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Dienstag in München. Zu den 960 Schulen, die bereits Mittelschulen sind, kommen 340 neue dazu. Darunter sind alle 45 Münchner Hauptschulen und alle 24 Hauptschulen in Nürnberg.

Um zur Mittelschule zu werden, muss eine Schule nach den Vorgaben des Kultusministeriums drei zentrale Punkte erfüllen. Erstens braucht sie ein Ganztagsangebot, zweitens muss sie den Schülern ermöglichen, nach der neunten Klasse ein Schuljahr dranzuhängen und dann den "Mittleren Schulabschluss" abzulegen, der zumindest in der Theorie gleichwertig mit einem Realschulabschluss ist. Und drittens müssen die Schüler von der achten Klasse an die Möglichkeit haben, sich auf einen der drei Zweige "Technik", "Wirtschaft" oder "Soziales" zu spezialisieren. Schulen, die es allein nicht schaffen, all diese Angebote zu machen, können sich mit anderen zu einem Verbund zusammenschließen. Spaenle kündigte außerdem an, im kommenden Schuljahr in der sechsten Jahrgangsstufe eine Intensivierungsstunde einzuführen, in der die Klasse geteilt wird. Außerdem sollen Schüler, die den Mittleren Abschluss machen wollen, künftig in der siebten, achten und neunten Klasse je eine zusätzliche Englischstunde pro Woche bekommen.

Eines der wichtigsten Ziele der Mittelschulreform war, die Schließung kleiner Volksschulen vor allem auf dem Land zu verhindern. Viele von ihnen haben schlicht zu wenige Schüler, um den Betrieb als Hauptschule aufrechtzuerhalten. Aus Spaenles Sicht ist dieses Ziel erreicht. "Wir haben 128 Mittelschulen, in denen es Klassen mit weniger als 15 Schülern gibt", sagte Spaenle. Die kleinste Klasse an einer Schule im Landkreis Neustadt an der Aisch habe sogar nur neun Schüler. 50 Mittelschulen sind nach Angaben des Kultusministeriums Lückenschulen, in denen ein ganzer Jahrgang fehlt. Während im Schuljahr 2007/2008 noch mehr als 45 Schulen schließen mussten, werden es im kommenden Schuljahr wahrscheinlich nur elf sein.

"Eine erfolgreiche Reform sieht anders aus", sagt dagegen Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Schulleiter und Lehrer an den bereits bestehenden Mittelschulen seien gestresst und verärgert. Viele Neuerungen seien während des laufenden Schuljahres ohne Rücksicht auf Schüler und Lehrer eingeführt worden. Zum Beispiel wurde von heute auf morgen angeordnet, dass Schüler, die den Mittleren Abschluss machen wollen, eine Aufnahmeprüfung ablegen müssen, um den dafür notwendigen Unterricht besuchen zu dürfen. Die Anordnung wurde dann wieder geändert. Das hatte zur Folge, dass Schüler der sechsten Klasse eine Aufnahmeprüfung schrieben, die dann im Nachhinein für überflüssig erklärt wurde.

Die meisten Bildungspolitiker der Opposition glauben auch nicht, dass das neue Konzept das Schulsterben längerfristig verhindern kann. Denn die Schülerzahlen werden allein aufgrund der kommenden schwachen Geburtsjahrgänge weiter zurückgehen. Viele setzen daher auf die sogenannte Gemeinschaftsschule, in der die Jugendlichen je nach Leistung einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife ablegen können oder in speziellen Kursen auf das Abitur vorbereitet werden. Viele kleine Schulen auf dem Land wären nämlich auf einen Schlag wieder voll besetzt, wenn Realschüler und Gymnasiasten vor Ort bleiben könnten.


Münchner Merkur Landkreis München Nord (16.2.2011)

Mittelschule - Schulsprengel macht den Weg frei

Aschheim - Die Hauptschule in der Gemeinde Kirchheim soll vom kommenden Schuljahr an das Gütesiegel "Mittelschule" erhalten. Dafür haben die Gemeinden des Schulzweckverbandes Kirchheim, Feldkirchen und Aschheim in den vergangenen Wochen den Grundstein gelegt.

Die Hauptschule in der Gemeinde Kirchheim soll vom kommenden Schuljahr an das Gütesiegel "Mittelschule" erhalten. Dafür haben die Gemeinden des Schulzweckverbandes Kirchheim, Feldkirchen und Aschheim in den vergangenen Wochen den Grundstein gelegt.

Nach Feldkirchen und Kirchheim stimmten jetzt auch die Mitglieder des Aschheimer Gemeinderats der Festlegung eines gemeinsamen Schulsprengels zu. Diesem sollen neben dem Schulverband auch Garching und Ismaning angehören.

Die Hauptschule in Kirchheim erfüllt mit drei berufsorientierten Zweigen, Ganztagsangebot, Kooperation mit Berufsschule, regionaler Wirtschaft und Arbeitsagentur sowie der Förderung von Schülern, bereits alle nötigen Kriterien einer Mitteschule. Einzig die Schülerzahl ist noch zu gering, dank des Schulverbunds soll sich das ändern.

Da sich die Gemeinden einig sind, liegt es jetzt an den Schulen, bis Mitte März einen Antrag beim Schulamt des Landkreises einzureichen, der sie zur Mittelschule befördert. Derzeit arbeiten die drei Schulleiter noch an der Kooperationsvereinbarung. Dass es von Seiten der Behörde Probleme gibt, glaubt Aschheims Bürgermeister Helmut Englmann nicht: „Ich nehme nicht an, dass das Schulamt etwas gegen diesen Schulverbund hat.“ Die Chancen stehen also gut, dass die Hauptschule Kirchheim im kommenden Schuljahr zur Mittelschule wird. ang


Münchner Merkur Landkreis München Nord (8.2.2011)

Aufwertung der Hauptschule

Feldkirchen - Dass ein Schulverbund gegründet werden soll, um aus der Volksschule Kirchheim eine Mittelschule zu machen, war bereits im Gemeinderat Feldkirchen beschlossene Sache.

Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig und ohne Diskussion dafür aus, einen gemeinsamen Schulsprengel zu beantragen. Diesem sollen die Mitglieder des Schulzweckverbandes Kirchheim, Feldkirchen und Aschheim angehören. Hinzu kommen sollen Ismaning und Garching.

Bayernweit sollen die Hauptschulen zu Mittelschulen werden, um die Standorte und die Eigenständigkeit der Schulen zu sichern. Ziel ist auch, den Hauptschulabschluss unter der Bezeichnung Mittelschul-Abschluss aufzuwerten.

Für den Wandel von der Haupt- zur Mittelschule erfüllt die Kirchheimer Volksschule, die auch von Schülern aus Feldkirchen und Aschheim besucht wird, fast alle nötigen Kriterien. Dazu gehört das Angebot von drei berufsorientierten Zweigen (Technik, Wirtschaft, Soziales), Ganztagsangebot, Kooperation mit Berufsschule, regionaler Wirtschaft und Arbeitsagentur sowie die Förderung von Schülern und eine Jugendsozialarbeit. Einzig an der Mindestzahl von 300 Schülern hapert es. Die Kirchheimer Volksschule hat nur 173. Dank Schulverbund kann die Zahl jedoch erhöht werden, denn es kommen 248 Ismaninger und 177 Garchinger Schüler hinzu. mf